Silvia Dähler ist in Zürich (Schweiz) aufgewachsen und hat schon als Kind immer gerne und sehr gut gezeichnet; am liebsten Pferde. Dabei beschränkte sie sich nicht nur aufs Zeichnen. Sobald sie entdeckt hatte, dass die Freizeitanlagen in Zürich viele Angebote zu verschiedenen kreativen Techniken offerierten, war sie dort jeden freien Mittwochnachmittag anzutreffen
Auch als Erwachsene liebte sie es, in Kursen neue Techniken und Materialien kennenzulernen und kam erstmals in Kontakt mit der Ölmalerei. Daneben modellierte sie gerne Tonfiguren, frei aus dem Kopf. Später kam das Aktzeichnen ab Modell dazu. Der menschliche Körper faszinierte sie und so kam sie immer wieder aufs Aktzeichnen und später Aktmodellieren zurück.
Eine weitere Herausforderung war das Arbeiten mit Speckstein. Was einmal weggehauen ist, ist für immer weg. Ohne zuerst ein Modell zu machen, gleich menschliche Köpfe und etwas abstrahierte Torsos zu erschaffen, erfordert Vorstellungskraft, aber genau das ist der Reiz. Generell liebt es Silvia Dähler, sich bei Beginn einer Arbeit nicht allzu sehr festzulegen und sich manchmal spontan noch umzuentscheiden. Die kreative Arbeit ist wie eine Entdeckungsreise. Manchmal erfolgreich, manchmal weniger. Daraus lernt man.
Für viele Jahre war Silvia Dähler mit ihrem Beruf und Karriere stark absorbiert. Sie besuchte immer wieder mal Kurse, auch wochenweise, um sich so Zeit für die Kunst zu nehmen, aber es reichte ihr nicht wirklich. Spätestens nach der Pensionierung hast Du dann Zeit, dachte sie.
Schlussendlich wollte sie aber nicht so lange warten. Ein Atelier wurde gefunden, die Arbeitszeit reduziert und die künstlerische Weiterbildung mit diversen Kursen fortgesetzt. Dabei lernte sie weitere Techniken kennen und macht zurzeit die Ausbildung «Mastery Program» beim Milan Art Institute. Sie investiert sehr viel Zeit und Leidenschaft in die Malerei.
Ihre Bilder entwickelt sie in Schichten. Manchmal startet sie mit Mixed-Media und später Oel, manchmal wird das ganze Bild nur in Oel gemalt. Die Bilder sind farbig und energievoll und sollen Lebenskraft geben. Themen sind der Mensch, vor allem als Akt, die wilde Natur und Tiere.
Kunst ist befreiend. Niemand schreibt einem vor, wie genau es sein soll. Das passt zu ihrem Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmtheit.
Malerei oder Skulptur: für sie am liebsten beides, auch wenn der Fokus sicher auf der Malerei liegt. Irgendwann möchte sie sich an der Scuola di Scultura in Peccia aber doch mal noch mit Marmor versuchen.